FAQs Affe mit Vogel

Zeitschriftenillustration: Andrea Berndt ⋅ 6-teilige Serie für Zeit-Wissen »Die faszinierende Intelligenz der Tiere«

Q: Was muss ich eigentlich mitbringen, um Illustrationsdesign zu studieren?

A: Am wichtigsten sind Fantasie, Begeisterung für’s Bildermachen und die Bereitschaft, sich intensiv mit Problemlösungen zu beschäftigen. Das sind also ganz persönliche Eigenschaften, über die die schulische Vorbildung wenig aussagt. Bei Abiturienten suchen wir eher musische Typen oder Leute, die schon ein Studium mit Überzeugung als für sich ungeeignet abgebrochen haben; bei Nichtabiturienten ist dagegen auch die abgeschlossene Ausbildung in einem ungeliebten Beruf eine überzeugende Motivation zur Bewerbung.

Ein ausführliches Klärungsgespräch gehört an der Bildkunst Akademie zum Aufnahmeverfahren. Dafür brauchst du nur einen Termin zu verabreden. Die berühmte „Mappe“ mit eigenen gestalterischen Arbeiten, die bildnerische Anlagen und Begeisterung erkennen lassen, ist dein Eignungsnachweis.

Q: In Mathematik, Physik und anderen exakten Fächern habe ich in der Schule nie zu den Überfliegern gehört. Meine Interessen liegen dort, wo man weniger Regeln lernen muss als eigene Einfälle haben darf. Deshalb interessiere ich mich ja auch für einen kreativen Beruf. Mit wieviel Computertechnik und Mathematik muss ich denn nun auch im Illustratiosdesign rechnen?

A: Der für das kreative Arbeiten ausgerüstete Computer ist letztlich auch nur ein Werkzeug wie Bleistift, Feder und Pinsel, das vom Menschen beherrscht wird. Dazu bietet er allerdings größere technische Möglichkeiten der Gestaltung, die du bei uns kennenlernst, zum Beispiel durch das Gestalten am Grafiktablett. Mit Mathematik bekommst du es dabei nicht zu tun, alles geht ganz intuitiv vor sich. Wenn du im Unterricht mit dem Computer zu tun bekommst, brauchst du in der Regel nicht einmal in einem Handbuch zu lesen, um damit klarzukommen. Bei Problemen helfen die Dozenten.

Die Rechner stellt die Schule zur Verfügung. Von allen Rechnern in der Schule („Workstations“ von Apple), die vernetzt im Unterricht eingesetzt sind und an denen du auch zu anderen Zeiten üben kannst, hast du Zugriff auf alle deine Daten, die du zur doppelten Sicherheit zentral auf einem Server speicherst. Dort steht dir ein eigener Speicherbereich von 20 GB zu Verfügung. Wenn du dir im Lauf der Zeit auch einen eigenen Rechner zu Hause einrichten willst, gibt es gute Tipps zur Einrichtung.

Dein Verhältnis als Kreativer zum Computer wird ähnlich unspektakulär sein wie dein Verhältnis zum Auto, das du ja ebenfalls nutzen kannst, ohne Kraftfahrzeugmechaniker zu werden.

Q: Was bin ich an der Akademie: Schüler oder Student?

A: Die Bildkunst Akademie ist keine staatliche Einrichtung, sondern eine auf die praktische Berufstätigkeit ausgerichtete Berufsfachschule, hinter der ausschließlich kreative Fachleute stehen. Gesetzliche Grundlage ist das Hamburgische Gesetz über Schulen in freier Trägerschaft (HmbSfTG), nach dem die Bildkunst Akademie 1996 gegründet und 2003 auch staatlich anerkannt wurde. Aufsichtsbehörde ist das Landesministerium „Kulturbehörde Hamburg“.

Schulrechtlich ist die Bildkunst Akademie also eine auf das zeitgemäße Illustrationsdesign spezialisierte Berufsfachschule, die Studierenden dort sind formal Berufsfachschüler. Unabhängig von der amtlichen Bezeichnung hat die Ausbildung an der Bildkunst Akademie in der Praxis den Charakter eines Studiums, da die Studierenden – ausgehend von der Grundlagenvermittlung – immer weiter in das selbstverantwortliche Arbeiten hineinwachsen und ihre Qualifikation mit einer selbst definierten Abschlussarbeit nachweisen. Deshalb sprechen wir von Studierenden.

Eine Altersbegrenzung nach oben gibt es nicht, BAföG erhält man bei einem Ausbildungsbeginn bis zu 30 Jahren.

Q: Was unterscheidet die Bildkunst Akademie von anderen Ausbildungsstätten für Kreativberufe?

A: Gegenüber den Hochschulen besteht der wesentliche Unterschied darin, dass sich die Ausbildung nicht so sehr an wissenschaftlichen Gestaltungstheorien und reiner akademischen Lehre orientiert, sondern im Mittelpunkt der Ausbildung die Förderung des individuellen Talents und die Entwicklung einer persönlichen Bildsprache der Studierenden steht. Hauptziel ist dabei, die Studierenden für den beruflichen Erfolg in der Praxis fit zu machen.

Gegenüber der Gesamtheit aller kreativen Ausbildungseinrichtungen ist die Illustration bei uns nicht nur ein Arbeitsgebiet unter vielen, sondern sie steht im Mittelpunkt der gesamten designerischen Tätigkeit. In dieser Konsequenz gibt es davon in Deutschland nur sehr wenige – obwohl heute das Bild immer stärker Träger der Kommunikation ist und das Wort vor allem in der Massenkommunikation zusehends an Bedeutung verliert. Wir nennen uns deswegen bewusst Berufsfachschule für Illustrationsdesign.

Um die Ausbildung durch angeglichene Startbedingungen für alle Beteiligten fruchtbarer zu machen, gibt es bei uns als besonderes Studienangebot das sogenannte Vorsemester, eine ungewöhnliche Verknüpfung zwischen allgemeinbildender Schule und Studium. Wer sich auch sonst seiner Fähigkeiten und Neigungen noch nicht ganz sicher ist, kann sich dort orientieren und ganz konkret auf kreative Studiengänge – an Hochschulen oder bei uns – vorbereiten; nicht selten machen auch Berufsumsteiger hiervon Gebrauch.

Die Atmosphäre an der Bildkunst ist familiär und entspannt, weil die Semestergruppen überschaubar sind und jeder jeden kennt.

Q: Wie sind meine beruflichen Perspektiven?

A: Der berufliche Erfolg ist ganz entscheidend vom eigenen Können und dem persönlichen Einsatz abhängig. Stimmt beides, sind die beruflichen Perspektiven künftig glänzend. Illustrationsdesigner werden in jeder Werbeagentur, in jedem Verlag, in jedem Studio zum Star, schon weil sie Fachleute der Bildproduktion sind, was sie von den meisten Designern unterscheidet.

Wir bereiten dich darauf vor, angestellt oder selbständig mit Fachleuten aus allen Medienbereichen von Print über Web bis Games kompetent zusammen zu arbeiten. Dabei ist zu berücksichtigen, dass sich die erforderlichen Qualifikationen weiterhin schnell verändern werden. Die Ausbildung für einen Beruf, wie er in zehn Jahren aussehen wird, ist auch im kreativen Bereich schwer möglich. Es kommt deshalb darauf an, die Studierenden mit Vermittlung einer breiten Basis von Erfahrungen und Methoden in die Lage zu versetzen, der Entwicklung zu folgen. Damit hast du die bestmöglichen beruflichen Perspektiven.

Q: Gibt es Zeugnisse während des Studiums?

A: Ja, regelmäßig ab dem ersten Semester. Diese Semesterzeugnisse geben dir immer einen wertvollen aktuellen Überblick, wo deine Stärken und Schwächen liegen. Du hast dann jedesmal auch die Möglichkeit, in einer persönlichen Zeugnisbesprechung die Details zu klären und dir Ratschläge zu holen.

Zum Schluss des 3. Semesters gibt es eine besondere Zwischenprüfung, in der deine Leistungen im Grundstudium im größeren Zusammenhang bewertet werden; dieses Semesterzeugnis ist gleichzeitig das Zwischenzeugnis für den erfolgreichen Abschluss des Grundstudiums. Das Studium beendest du mit einem Abschlusszeugnis nach dem letzten Semester, das dir die Berufsqualifizierung als Illustrationsdesigner bescheinigt.

In Designberufen ist es übrigens nicht üblich, im Berufsleben die Qualifikation mit Abschlusszeugnissen, Zertifikaten oder Diplomen nachzuweisen. Dazu dienen allein das Portfolio (Sammlung von Arbeitsblättern eigener Hand, heute auch häufig zusätzlich als eigene Website) oder/und eine große Abschlussarbeit (bzw. Diplomarbeit), wie sie alle unsere Studierenden als Bestandteil der Abschlussprüfung anfertigen.

Q: Brauche ich einen eigenen Computer?

A: Für das Studium am Anfang nicht. Zunächst einmal bist du ja vor allem in den klassischen Mal- und Zeichentechniken und Fotografie unterwegs. Später kannst du dich erst einmal ganz auf die Computer in der Akademie verlassen. Dabei lernst du dann auch am besten, welche Ausrüstung für dich als „Bildermacher“ am besten geeignet ist.

Wenn du dir früher oder später einen neuen Computer beschaffen willst, wäre es natürlich gut, wenn er dazu geeignet ist, Dateien von den Schulrechnern problemlos bei dir zu Hause weiter zu bearbeiten und umgekehrt. Es sollte ein Desktop-Computer mit großem Monitor und viel Arbeitsspeicher werden, denn Laptops sind für die Bildverarbeitung meist nicht besonders geeignet. Außerdem brauchst du später auch professionelle Software, vor allem die wichtigsten Programme aus der Adobe-Cloud, die möglichst genau den Programmen auf unseren Akademie-Computern entsprechen. Das alles hat Zeit, bis du selbst aus Erfahrung einen guten Überblick besitzt und weißt, was du willst. Als Schüler der Bildkunst Akademie bekommst du bei dieser Software erhebliche Nachlässe.

Q: Ich habe meine Bewerbungsmappe schon an einer Hochschule gezeigt, bin aber nicht angenommen worden.

A: Die Fälle, in denen später berühmt gewordene Künstler keine Chance an Hochschulen hatten, kennt man genügend aus der Vergangenheit. Das hängt nicht unbedingt vom höheren Anspruch ab, sondern auch davon, dass es durchaus keine einheitliche Vorschrift über die richtige Begabung gibt. Aus der Medizin kennt man inzwischen den Begriff der zweiten Meinung, die äußern wir gern und begründen sie.